Bildung

Meine bildungspolitische Forderung

Bildung, das A und O für unsere Gesellschaft

Möglichst breites Wissen und ausreichende, auch soziale, Kompetenzen sind unser größtes und deshalb wichtigstes Kapital – als Individuum, als Gesellschaft und als Volkswirtschaft.

Während die bisher bekannten Parteien nach wie vor nicht dem Wert von Bildung, Ausbildung und Forschung zu wenig Rechnung entsprechen, diese noch immer nicht verstanden haben, wo die Ursachen für die soziale Spaltung liegen, die zunehmende Reich/Arm-Schere, der Fachkräftemangel, der gestiegene Rassismus, die größer gewordene Intoleranz und auch der Stillstand in unserer Volkswirtschaft durch nicht ausreichende Innovationen und Investitionen, die bisherige Bildungspolitik gefährdet unsere Zukunft.

Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn und Canada brauchen wir in Deutschland sogar eine Revolution unseres bisherigen Bildungssystems! Um so mehr, wenn wir auch einen möglich europaweiten Konsens finden, und so eine möglichst umfassende Freizügigkeit in allen Lebensbereichen für uns EU-Bürgerinnen und -Bürger erreichen wollen.

Es ist längst überfällig, neue Wege einzuschlagen.

Meine Ziele dafür lassen sich in 10 Punkten zusammenfassen: 

1. Mit deutlich höheren Investitionen zu mehr Bildungsqualität:
Kindergärten, Krippen, Tagesmütter und Kindergruppen sind wichtige Bildungsstätten.
Damit nicht nur möglichst alle Kinder ausreichenden Zugang zur Bildung, sondern auch möglichst die gleichen Bildungschancen bekommen können, sind deutlich höhere Investitionen insbesondere ins Bildungswesen dringend nötig, um die größte Wirkung entfalten zu können.
Dafür müssen endlich, wie schon von Lehrkräften und verschiedenen Elternverbänden seit Jahren gefordert, bedeutend mehr Personal bereitgestellt werden, dazu unterstützend die Ausbildung und Bezahlung der Kinderbetreuungsberufe spürbar aufgewertet werden. Eine tatsächliche Familienförderung findet erst, wie internationale Erfahrungen es beweisen, s. Dänemark, Niederlande, Norwegen, etc., tatsächlich statt durch eine qualitätsvolle Kinderbetreuung, die zielführender als reine Geldleistungen wie Steuerfreibeträge, etc. ist.
 
2. Freie Schulen, Kindergärten und Hochschulen:
Bildungseinrichtungen müssen eigenständig neue Wege gehen, schnell und flexibel arbeiten können, um so auch endlich deutlich mehr individuelle Bildung für ALLE erreichen zu können. Autonomie der Bildungseinrichtungen bedeutet für uns die freie Wahl der pädagogischen Modelle, Methoden, Lehrinhalte und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ein Team mit vielfältigen Kompetenzen bilden, das sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Profis aus anderen Bereichen wie Sozialarbeit, Psychologie, Sport, Kultur und Wirtschaft umfasst.

3. Die Schülerinnen und Schüler – Talente in den Mittelpunkt:
Die Interessen und Talente der Schülerinnen, Schüler stehen im Vordergrund.
Die Mittlere Reife mit bundesweit einheitlichen Mindeststandards in Grundfächern muss Mindestverpflichtung für alle Schülerinnen und Schüler werden.
„Potenziale fördern“ und „das Lernen lernen“ statt der Orientierung an den Defiziten. Anstatt des Parallelsystems, Stadtteilschulen, Oberschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, wollen wir analog zu unseren EU-Nachbarn (außer Österreich) eine Vielfalt an autonomen Mittelschulen, die auf individuellen Wegen zum gemeinsamen Ziel der Mittleren Reife führen, mit der anschließenden Option zur Weiterbildung zum Abitur auf einem Gymnasium, mit ebenfalls bundesweit einheitliche Mindeststandards in Grundfächern, um so auch gezielter die individuelle Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler erreichen zu können. 

4. Integrierende Inklusion durch Bildung für ALLE:
Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Schichten gemeinsam in unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu integrieren ist eine der wichtigsten Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Gerade Bildung für ALLE kann den entscheidenden Beitrag dazu leisten. Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache sollen eine tragfähige Startrampe vorfinden. Der Schlüssel dazu ist sprachliche Frühförderung in der Muttersprache und auf Deutsch. Wer in der eigenen Umgangssprache lesen und schreiben gelernt hat, lernt schneller und besser Deutsch und hat größere Chancen für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn. Wir fordern deshalb ausreichend mehrsprachige Angebote schon in Kindergärten beginnend.

5. Lebenslanges Lernen: Bildungsbeteiligung erhöhen, Förderungen zusammenführen:
Bildung stärkt das Potenzial in jedem Menschen, mit Verstand und Tatkraft sein eigenes Leben zu gestalten und das Leben anderer Menschen zu bereichern. Sie beginnt und endet nicht mit dem Schulbesuch, sondern begleitet uns durch alle Lebensphasen. Die berufsbezogene Erwachsenenbildung liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Individuum, Gesellschaft und Unternehmen.

6. Die Lehrerinnen und Lehrer als Schlüssel zur Qualitätssicherung der Bildung:
Internationale Studien zeigen: Entscheidend für die Qualität der Bildung sind nicht nur die Strukturen und Methoden, sondern insbesondere die Lehrerinnen und Lehrer.
Und wir haben deutlich zu wenige Lehrerinnen und Lehrer.
Wir wollen deshalb erreichen, dass die verschiedenen Lehrberufe wieder mehr wertgeschätzt werden, durch positive Image-Arbeiten und Aufwertung des Lehramtsstudiums.
Wir müssen Konzepte erarbeiten um deutlich mehr Menschen den Zugang zu diesen Berufen zu ermöglichen und auch diese Berufe durch selektive Aufnahmeverfahren, Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus der Praxis und eine vielseitige Weiterbildung unterstützen.
Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch in Teams sollen aktiv im deutlichen größeren Umfang gefördert werden. Bisherige Teamarbeiten und Bereichsleitungen, die schon durchgeführt wurden und werden, zeigen, sie sind sehr hilfreich.

7. Die Direktor_innen – Profis mit Gestaltungsspielraum:
Schulleiterinnen und Schulleiter sollen nicht von Behörden bestimmt, sondern nach öffentlichen Hearings von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen, Schülern und Gemeinde oder privatem Trägerverein gemeinsam gewählt und auf Zeit bestellt werden. Sie bekommen vollen Gestaltungsspielraum bei der Auswahl der Lehrerinnen. Lehrern und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

8. Die Finanzierung – Freie Schulwahl ohne Schulgeld:
Alle Kinder haben das gleiche Recht auf eine gute Schulbildung.
Für jeden Platz, der frei von Schulgeld ist, den eine Schule zur Verfügung stellt, erhält die einen fixen Betrag vom Staat.
Für Kinder bildungsferner Herkunft und mit nicht-deutscher Muttersprache erhält die Schule einen finanziellen Bonus, um die soziale Vielfalt in den Schulen zu sichern und größeren Herausforderungen gerecht zu werden.
Einen erhöhten Betrag erhalten auch Kleinschulen auf dem Land, um diese zu erhalten, um so vor allem die Kinder zu entlasten.
Die bisherigen Investitionen in die Bildung insgesamt müssen mindestens verdoppelt werden! Natürlich ist das Geld da, es ist alles eine Frage der Umverteilung, die vor allem dadurch gewährleistet wird, dass die Bildungshoheit von den Bundesländern an den Bund abgegeben werden! Und nur so kann auch das Bildungsgefälle zwischen den verschiedenen Bundesländern endlich abgebaut werden.

9. Feedbackkultur und Qualität der Schule:
Die Qualität des Lehrens und Lernens soll bundesweit systematisch sichtbar gemacht und gefördert werden. Wie man es von den Schülerinnen und Schülern erwartet, soll auch die Schule selbst laufend dazulernen. Entscheidend dafür ist eine gute Beziehungs-, Kommunikations- und Feedback-Kultur innerhalb aller und zwischen allen Gruppen der Schulgemeinschaft. Die Qualität der Schule wird regelmäßig durch Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Absolventinnen und Absolventen, Hochschulen und Arbeitgebern evaluiert. Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht. Eine Qualitätssicherungsagentur vernetzt die Schulen und unterstützt zu Fortschritten.

10. Die Ausbildung – Faire Weiterbildung und Umstiegsmöglichkeiten:
Die duale Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule ist ein deutsches Vorzeigemodell, das vielen jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Weiter aufwerten wollen wir die Berufsausbildung durch mehr flexible Anschlussmöglichkeiten. Wir wollen gute Umschulungsmöglichkeiten in andere Berufe und neue Berufsakademien, die die teuren Meisterkurse langfristig ersetzen.
Ich fordere Gleichberechtigung für berufliche und wissenschaftliche Höherbildung.

Meine VISION
Das Bildungswesen ist geprägt von einer Zuwendung zu den Potenzialen und Talenten. Nicht die Konzentration auf Defizite, sondern die Entfaltung der Persönlichkeit und ihrer Stärken steht im Mittelpunkt der Bestrebungen.
Bildung stärkt das Potenzial in jedem Menschen, mit Verstand und Tatkraft sein eigenes Leben zu gestalten und das Leben anderer Menschen zu bereichern. Junge Menschen werden ihren Potenzialen entsprechend gefordert und gefördert.
Kinderbetreuungseinrichtungen werden als erste Bildungsstätte anerkannt und entsprechend geschätzt und weiterentwickelt. Ab dem ersten Geburtstag steht für jedes Kind ein hochwertiger Betreuungsplatz mit gut ausgebildeten Betreuerinnen, Betreuern und einem altersgerechten Betreuungsverhältnis zur Verfügung.
In den Schulen stehen die Zukunftschancen, Interessen und Talente der Schüler innen und Schülern im Mittelpunkt. Lehrerinnen und Lehrer werden auf vielfältige und wertschätzende Weise unterstützt, gefordert und gefördert, damit der Unterricht jährlich besser wird. Für die unterschiedlichen Aufgaben der Schule – von der Wissensvermittlung über Coaching bis zur Sozialarbeit – sind Profis aus den entsprechenden Berufen im Einsatz.
Die Schulen sind eigenverantwortliche Einrichtungen, die über alle Entscheidungsspielräume, Planungssicherheiten und Qualitätssicherungsinstrumente verfügen, um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können und den Herausforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden.
An den Hochschulen werden innovative und international angesehene Spitzenleistungen erbracht – in der Lehre ebenso wie in der Forschung. Berufsakademien haben sich als neue Säule der berufsnahen hochschulischen Ausbildung etabliert und heben damit das erfolgreiche Prinzip der dualen Ausbildung auf die nächste Qualifikationsstufe nach der Lehrabschlussprüfung.
Bildung umfasst die Entwicklung von Handlungskompetenzen, Qualifikation und Wissen als lebensbegleitenden Prozess. Dieser endet nicht nach der Schule, Hochschule, Ausbildung und umfasst formales, nicht-formales und informelles Lernen.

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